Warum verschwinden Konnektoren langfristig?
Der Konnektor hat zwei Rollen – Zero Trust ersetzt nur eine davon
Wer nur auf den Zugangsweg schaut, unterschätzt, wie lange der Konnektor bleibt. Die beiden Rollen werden von zwei verschiedenen Vorhaben abgelöst – und zu zwei verschiedenen Zeitpunkten.
Rolle 1_ Zugang
Der Weg in die TI
Der Konnektor baut den VPN-Tunnel in das geschlossene TI-Netz und ist der zentrale Zugangspunkt der Praxis oder Klinik.
Wird ersetzt durch
Zero Trust (ZETA) und das TI-Gateway
Ab wann
Rollout ab 2026, VSDM 2.0 zuerst; E-Rezept ab Q4 2028, ePA ab Q4 2029
Rolle 2_ Signatur
Die Anwendung, die signiert
Der Konnektor ist Signaturerstellungsanwendung: QES mit dem HBA für E-Rezept und eAU, nonQES mit der SMC-B – inklusive Komfort- und Stapelsignatur.
Wird ersetzt durch
Digitale Leistungserbringeridentität (eID-LE) und einen zentralen (Fern-)Signaturdienst
Ab wann
Nutzung in der Versorgung ab 2029 angestrebt, Pilotierung ab Q4 2028
ZETA ist nur der erste Schritt zur TI 2.0
Der Zugang zum E-Rezept kann ab Q4 2028 über Zero Trust laufen. Die Signatur der Verordnung bleibt an Karten und Terminals gebunden: Solange der geplante Signaturdienst nicht verfügbar ist, werden eRezepte mittels eHBA im eHealth-Kartenterminal über Konnektor bzw. Highspeed-Konnektor digital unterschrieben. Erst dann haben wir auch den zweiten Schritt zur Ablösung der Konnektoren getan.
Der Abschied vom Konnektor kommt, Schritt für Schritt bis 2030
Der aktuelle TI-Zugang funktioniert über ein geschlossenes Netz. Zero Trust ersetzt dieses geschlossene Netz durch direkten, einzeln geprüften Internetzugriff. Parallel dazu läuft ein zweiter Strang, der die Signatur von der Hardware löst.
- Zugang – Zero Trust und TI-Gateway
- Identität und Signatur – eID-LE und Signaturdienst
- Ab 2026
Stationärer Zugang für Leistungserbringer mit VSDM 2.0, mobiler Versichertenzugang über die GesundheitsID.
- Q4 2028
Das E-Rezept läuft über Zero Trust. Signiert wird weiterhin mit dem HBA über den Konnektor.
- Q4 2028 Signatur
Pilotierung des (Fern-)Signaturdiensts geplant; Nutzung der EUDI-Wallet durchläuft Umsetzung und Pilotierung bereits ab Q1 2028.
- Ab 2029 Signatur
Nutzung von eID-LE und Signaturdienst in der Versorgung angestrebt. Erst damit wird die Signatur von der Konnektor-Hardware unabhängig.
- Q4 2029
ePA-Zugriffe laufen über Zero Trust.
- Q2 2030
Die Abkündigung der Highspeed-Konnektoren und der Rückbau zentraler TI-1.0-Infrastruktur beginnen.
- Ende 2030 geplant
Der Rückbau der Einbox-Konnektoren ist bis Ende 2030 geplant. Bis dahin bleibt die heutige Technik parallel im Einsatz.
Kann ich meinen aktuellen Konnektor wegwerfen, sobald TI 2.0 startet?
Nein, im Gegenteil: Die heutige Konnektor-Infrastruktur bleibt parallel nutzbar, mindestens bis Ende der 2020er-Jahre.
Woran hängt der genaue Zeitpunkt, ab dem Konnektoren wirklich verschwinden?
An zwei parallelen Entwicklungen: dem Rollout des konnektorlosen Zugangs (ab 2026) und dem Rollout digitaler Identitäten und Signaturen (ab 2029). Solange kein zentraler Signaturdienst verfügbar ist, bleibt für QES-Anwendungen wie E-Rezept und eAU der (Highspeed-)Konnektor alternativlos.
Brauche ich dann gar keine Kartenterminals mehr?
Doch – Standard-Kartenterminals zum Einlesen der eGK bleiben erhalten. Abgekündigt werden die speziellen eHealth-Kartenterminals und die zugehörige Infrastruktur.
Für Signaturen bleibt zunächst auch der HBA im eHealth-Kartenterminal im Einsatz. Erst mit dem geplanten Signaturdienst soll die HBA-Nutzung alternativ über Standard-Kartenterminals möglich werden.
Kann ich ohne Konnektor signieren?
Heute nicht. Die qualifizierte elektronische Signatur mit dem HBA und die nicht-qualifizierte Signatur mit der SMC-B werden über den Signaturdienst des Konnektors erzeugt – das gilt auch für das TI-Gateway.
Ändern soll sich das erst mit dem geplanten zentralen (Fern-)Signaturdienst, der die Signatur vom (Highspeed-)Konnektor entkoppelt – frühestens 2029. Hierzu halten wir euch auf dem Laufenden.