Warum verschwinden Konnektoren langfristig?

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Die Richtung steht fest.

Warum verschwinden Konnektoren langfristig?

Der Konnektor hat heute zwei Aufgaben: Er ist der Zugang zur TI – und er ist die Technologie, mit der signiert, also digital unterschrieben, wird. Zero Trust ersetzt ab 2026 die erste Aufgabe. Die zweite endet erst, wenn digitale Identitäten und ein zentraler Signaturdienst flächendeckend verfügbar sind.

Die heutige Konnektor-Infrastruktur zählt zu den größten Störquellen der TI. Ab 2026 stellt die gematik die TI schrittweise auf Zero Trust (ZETA) um, zunächst einzelne Anwendungen, nach aktueller Roadmap bis 2029 alle TI-Dienste. Parallel ersetzt das TI-Gateway den Konnektor als Zugangshardware, der Rückbau der Konnektor-Infrastruktur läuft bis Ende 2030. Diese Seite ordnet ein, welche Zeitschiene tatsächlich gilt und was das für bestehende Hardware bedeutet.

Der Konnektor hat zwei Rollen – Zero Trust ersetzt nur eine davon

Wer nur auf den Zugangsweg schaut, unterschätzt, wie lange der Konnektor bleibt. Die beiden Rollen werden von zwei verschiedenen Vorhaben abgelöst – und zu zwei verschiedenen Zeitpunkten.

Rolle 1_ Zugang

Der Weg in die TI
Der Konnektor baut den VPN-Tunnel in das geschlossene TI-Netz und ist der zentrale Zugangspunkt der Praxis oder Klinik.

Wird ersetzt durch
Zero Trust (ZETA) und das TI-Gateway

Ab wann
Rollout ab 2026, VSDM 2.0 zuerst; E-Rezept ab Q4 2028, ePA ab Q4 2029

Rolle 2_ Signatur

Die Anwendung, die signiert
Der Konnektor ist Signaturerstellungsanwendung: QES mit dem HBA für E-Rezept und eAU, nonQES mit der SMC-B – inklusive Komfort- und Stapelsignatur.

Wird ersetzt durch
Digitale Leistungserbringeridentität (eID-LE) und einen zentralen (Fern-)Signaturdienst

Ab wann
Nutzung in der Versorgung ab 2029 angestrebt, Pilotierung ab Q4 2028

ZETA ist nur der erste Schritt zur TI 2.0

Der Zugang zum E-Rezept kann ab Q4 2028 über Zero Trust laufen. Die Signatur der Verordnung bleibt an Karten und Terminals gebunden: Solange der geplante Signaturdienst nicht verfügbar ist, werden eRezepte mittels eHBA im eHealth-Kartenterminal über Konnektor bzw. Highspeed-Konnektor digital unterschrieben. Erst dann haben wir auch den zweiten Schritt zur Ablösung der Konnektoren getan.

Der Abschied vom Konnektor kommt, Schritt für Schritt bis 2030

Der aktuelle TI-Zugang funktioniert über ein geschlossenes Netz. Zero Trust ersetzt dieses geschlossene Netz durch direkten, einzeln geprüften Internetzugriff. Parallel dazu läuft ein zweiter Strang, der die Signatur von der Hardware löst.

  • Zugang – Zero Trust und TI-Gateway
  • Identität und Signatur – eID-LE und Signaturdienst

- Ab 2026

Stationärer Zugang für Leistungserbringer mit VSDM 2.0, mobiler Versichertenzugang über die GesundheitsID.

- Q4 2028

Das E-Rezept läuft über Zero Trust. Signiert wird weiterhin mit dem HBA über den Konnektor.

- Q4 2028 Signatur

Pilotierung des (Fern-)Signaturdiensts geplant; Nutzung der EUDI-Wallet durchläuft Umsetzung und Pilotierung bereits ab Q1 2028.

- Ab 2029 Signatur

Nutzung von eID-LE und Signaturdienst in der Versorgung angestrebt. Erst damit wird die Signatur von der Konnektor-Hardware unabhängig.

- Q4 2029

ePA-Zugriffe laufen über Zero Trust.

- Q2 2030

Die Abkündigung der Highspeed-Konnektoren und der Rückbau zentraler TI-1.0-Infrastruktur beginnen.

- Ende 2030 geplant

Der Rückbau der Einbox-Konnektoren ist bis Ende 2030 geplant. Bis dahin bleibt die heutige Technik parallel im Einsatz.

Kann ich meinen aktuellen Konnektor wegwerfen, sobald TI 2.0 startet?

Nein, im Gegenteil: Die heutige Konnektor-Infrastruktur bleibt parallel nutzbar, mindestens bis Ende der 2020er-Jahre.

Woran hängt der genaue Zeitpunkt, ab dem Konnektoren wirklich verschwinden?

An zwei parallelen Entwicklungen: dem Rollout des konnektorlosen Zugangs (ab 2026) und dem Rollout digitaler Identitäten und Signaturen (ab 2029). Solange kein zentraler Signaturdienst verfügbar ist, bleibt für QES-Anwendungen wie E-Rezept und eAU der (Highspeed-)Konnektor alternativlos.

Brauche ich dann gar keine Kartenterminals mehr?

Doch – Standard-Kartenterminals zum Einlesen der eGK bleiben erhalten. Abgekündigt werden die speziellen eHealth-Kartenterminals und die zugehörige Infrastruktur.

Für Signaturen bleibt zunächst auch der HBA im eHealth-Kartenterminal im Einsatz. Erst mit dem geplanten Signaturdienst soll die HBA-Nutzung alternativ über Standard-Kartenterminals möglich werden.

Kann ich ohne Konnektor signieren?

Heute nicht. Die qualifizierte elektronische Signatur mit dem HBA und die nicht-qualifizierte Signatur mit der SMC-B werden über den Signaturdienst des Konnektors erzeugt – das gilt auch für das TI-Gateway.

Ändern soll sich das erst mit dem geplanten zentralen (Fern-)Signaturdienst, der die Signatur vom (Highspeed-)Konnektor entkoppelt – frühestens 2029. Hierzu halten wir euch auf dem Laufenden.

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